Systeme, die komplexe Realitäten beherrschbar machen.
Die teuerste Fehlentscheidung ist selten eine schlechte Lösung. Es ist die
perfekte Lösung für das falsche Problem. Wir suchen deshalb zuerst das
richtige Problem — und bringen das Ergebnis danach durch Bewilligung,
Dokumentation und Betrieb.
Florian J. WehrliInhaber
Woran wir gerade arbeiten
Die Linse
Sagen Sie, wer Sie sind. Die Seite ordnet sich neu.
Je nach Perspektive rückt unten ein anderes Vorhaben in den Fokus.
Vorhaben wechseln: eines läuft aus, ein neues kommt dazu. Was bleibt, ist
die Stelle, an der sie alle stehen — dort, wo eine Regel auf den Alltag
trifft: ein Gesetz, ein Reglement, eine Schutzpflicht. Regeln dieser Art
halten nur, wenn sich ihre Einhaltung belegen lässt. Genau das wird hier
gebaut, einmal als gelenkte Dokumentation und dreimal als Software. Die
vier Akten unten sind darum weniger Angebot als Nachweis: In jeder steht
die Invariante, an der sich die Bauweise prüfen lässt.
Bewilligt · In Betrieb
CAN-Biel
Feldstudie
Regulierter Cannabisverkauf, wissenschaftlich begleitet:
, mit
Bezugslimiten, Chargenrückverfolgung und medizinischer Begleitung über fünf Jahre.
Beobachtet„Pilotversuch nach der Verordnung über Pilotversuche zum Betäubungsmittelgesetz. Bewilligung: BAG; Ethik: Swissethics.“Bewilligungsunterlagen CAN-Biel · BAG-Übersicht, abgerufen 24.08.2026
RolleInitiant; 550 Seiten Studien- und Betriebsdokumentation verfasst
TrägerinWIIID GmbH, Biel/Bienne
ForschungISGF, Universität Zürich
RisikoSchutzkonzept als Teil der Bewilligung: Ausschlusskriterien, Bezugslimiten, Mindestalter, Abbruchpfade
InvarianteJede Abgabe rückverfolgbar, jede Fassung der Dokumentation gelenkt und versioniert
Dienstplanung für Pflegebetriebe, gebaut für den Alltag von
Pflegedienstleitungen und nicht für die IT-Abteilung. Mandantentrennung und
Mehrsprachigkeit waren von Anfang an gesetzt.
RolleEigenentwicklung
Standim Beta-Betrieb, bereits erhältlich
InvarianteMandantentrennung: ein Test schlägt fehl, wenn sie umgangen wird
Firmen schenken, die beschenkte Person wählt selbst aus und sieht dabei nie
einen Preis. Ihre Adresse bleibt vom Arbeitgeber getrennt, er sieht nur Summen.
RolleEigenentwicklung
Standim Aufbau, Livegang 15. November 2026
InvarianteEmpfängerdaten erscheinen in keiner Sicht des Arbeitgebers
Der digitale Schalter der Schweizer Gemeinde, der nie zu ist. Er beantwortet
Fragen mit
, und wer fragt, bleibt anonym.
Invariante des Projekts„Keine Antwort ohne verifiziertes Zitat. Zeichengenau gegen das archivierte Original geprüft. Schlägt es fehl: Übergabe an den Menschen, nie eine Antwort.“Interne Spezifikation, Invariante 1 von 7 · Stand 06.08.2026
RolleEigenentwicklung
Standin Entwicklung, Arbeitstitel
InvarianteAuskunft anonym: kein Konto, kein Wortlaut gespeichert
Bevor Einhaltung belegbar wird, muss klar sein, wovor geschützt wird.
Eine Risikoanalyse, die als Dokument endet, schützt niemanden. Sie wirkt erst,
wenn jedes erkannte Risiko in eine Regel übersetzt ist, die im Betrieb greift,
und wenn sich hinterher belegen lässt, dass sie gegriffen hat. Das ist derselbe
Weg, der die vier Vorhaben oben verbindet. Hier steht er als Handwerk.
01
Benennen
Welcher Schaden ist möglich, und wen trifft er? Nicht die Organisation zuerst, sondern die Person am Ende der Kette: Teilnehmende, Patientinnen, Mitarbeitende, Anwohnerinnen.
02
Gewichten
Wie wahrscheinlich, wie schwer, wie umkehrbar? Ein Register ohne Gewichtung macht alles gleich wichtig — und damit nichts.
03
In Regeln übersetzen
Aus jedem gewichteten Risiko wird etwas Prüfbares: eine Obergrenze, ein Ausschlusskriterium, eine Sperre, ein zweites Augenpaar, ein Abbruchpfad.
04
Belegbar machen
Wer prüft, was wird protokolliert, wie lange bleibt es lesbar? Im Prüffall zählt nicht die Absicht, sondern die Spur.
Woran es in der Praxis scheitert
Risiken werden gesammelt, aber nie gewichtet.
Die Regel steht im Handbuch statt im System. Dann hängt ihre Einhaltung an der Disziplin einzelner Personen und nicht an der Bauweise.
Es gibt keine Spur. Was nicht protokolliert wurde, ist im Prüffall nicht geschehen.
Der Abbruch wurde nie geübt. Ein Notfallpfad, den niemand durchgespielt hat, ist eine Annahme.
Wo das gebraucht wird
Bewilligungspflichtige Vorhaben, die vor eine Behörde und eine Ethikkommission müssen.
Systeme, die Personendaten verarbeiten — samt der Frage, welche Daten gar nicht erst anfallen sollten.
Ablösung oder Umbau eines Systems im laufenden Betrieb, wenn ein Ausfall nicht verhandelbar ist.
Nachweis
Bei CAN-Biel ist diese Kette einmal vollständig durchgelaufen und
von zwei Instanzen geprüft worden, dem Bundesamt für Gesundheit und der
Ethikkommission: medizinische Ausschlusskriterien, Mengenlimiten pro Person und
Bezug, rote Linien bei Weitergabe, Konsum im öffentlichen Raum und Fahren unter
Einfluss, ein Mindestalter, und ein Ausstieg,
der jederzeit und ohne Begründung möglich bleibt.
Jedes Mandat beginnt mit derselben Frage: Welche Logik hält das bestehende
System zusammen, und was zeigt sich, wenn man einen Schritt zurücktritt und
sie infrage stellt? Der Weg dahin ist immer derselbe.
Decode→Design→Prove→Build
Am Ende steht möglichst keine Empfehlung zum Abwägen, sondern eine
Regel, die entscheidet, und ein Test, der sie hält.
Einstieg
Executive Session
2'500 – 4'000
Ein Halbtag, in dem die Frage geschärft wird. Am Ende steht, welches Problem tatsächlich gelöst werden muss — oft ein anderes als das anfangs genannte. Bei Folgemandat vollständig auf das Honorar angerechnet.
Strategic Decode
15'000 – 25'000
Zehn Tage: Systemkarte, verstecktes Problem, Möglichkeitsraum, gewichtetes Risikobild, drei Zukunftsmodelle und ein Pfad für die nächsten neunzig Tage. Das Format, mit dem fast jedes Mandat beginnt.
Methodik · CAN-Biel · UNORA
Value Creation Decode
25'000 – 60'000
Für Investorinnen und Käufer bei Firmenübergabe oder Unternehmensnachfolge: technische Sorgfaltsprüfung, KI-Bereitschaft, digitale Roadmap, vor dem Kauf oder in den ersten hundert Tagen danach. Auch im Auftrag von Treuhand- und M&A-Partnern.
Vertiefung
System Design
50'000 – 90'000
Drei bis sechs Wochen: Geschäftsarchitektur, Wirtschaftlichkeitsmodell, technische Architektur, Betriebsmodell, mit einem lauffähigen Prototyp statt einer Folienstrecke.
Beweis · Rosie · wohlverdient.ch
Transformation Architecture
80'000 – 150'000
Neuentwurf ganzer Geschäftsbereiche und Plattformstrategien: für Restrukturierungen, Reorganisationen oder einen nachfolgebedingten Umbau, wenn eine Anpassung im Bestehenden nicht mehr reicht.
Umsetzung und Begleitung
Build
ab 100'000
Orchestrierung der Umsetzung bis zum ersten lauffähigen Produkt oder Piloten. Auf Wunsch teilweise als Beteiligung statt Honorar.
Beweis · Rosie · wohlverdient.ch · UNORA
Feldstudien begleiten
nach Vorhaben
Risiko- und Schutzkonzept, Design, Bewilligungsfähigkeit, Erhebung und Auswertung für Vorhaben unter realen Bedingungen, samt der Logistik und Dokumentation, an der solche Projekte meist scheitern.
Beweis · CAN-Biel
Intelligence Office
ab 4'000 / Mt.
Laufendes Sparring auf Geschäftsleitungsebene, dazu die Beobachtung von Markt, Technik und Regulierung im eigenen Feld. Monatlich kündbar, Umfang nach Vereinbarung.
Die Beträge sind ein Rahmen, kein Tarif: Sie richten sich nach der Tragweite der
Entscheidung, nicht nach aufgewendeten Stunden. Angenommen werden wenige Mandate
pro Jahr, weil die eigenen Vorhaben weiterlaufen.
Bereits Partner in einem unserer Netzwerke, etwa wohlverdient.ch oder Rosie?
Sprechen Sie uns auf den Vorzugstarif an.
Fragen
Was Sie vermutlich wissen wollen.
Was bedeutet Unternehmensnachfolge oder Firmenübergabe bei Büro Wehrli konkret?
Vor einem Kauf oder Verkauf eines Unternehmens prüfen wir die technische Seite: Systemarchitektur, Datenqualität, KI-Bereitschaft und die digitale Roadmap der nächsten Jahre. Das Format dafür ist die Value Creation Decode, CHF 25'000–60'000, buchbar vor dem Kauf oder in den ersten hundert Tagen danach.
Was kostet eine Restrukturierung oder Reorganisation?
Der Neuentwurf ganzer Geschäftsbereiche oder Plattformstrategien, etwa bei einer Restrukturierung, Reorganisation oder einem nachfolgebedingten Umbau, liegt im Format Transformation Architecture bei CHF 80'000–150'000.
Ist Büro Wehrli ein KI-Anbieter?
Nein. Büro Wehrli baut Systeme: Software, Betriebs- und Studiendokumentation, Verfahren, und setzt KI dort ein, wo sie das Ergebnis nachweislich verbessert, nie als Selbstzweck.
Wer erstellt die Risikoanalyse für ein bewilligungspflichtiges Vorhaben?
Büro Wehrli erstellt Risiko- und Schutzkonzepte für Vorhaben, die vor eine Behörde oder eine Ethikkommission müssen. Erkannte Risiken werden gewichtet, in prüfbare Regeln übersetzt — Obergrenzen, Ausschlusskriterien, Sperren, Abbruchpfade — und mit einem Nachweis versehen, der im Prüffall standhält. Belegt am eigenen Pilotversuch CAN-Biel, bewilligt vom Bundesamt für Gesundheit und freigegeben von der Ethikkommission. Format: Feldstudien begleiten, nach Vorhaben.
Was gehört in ein Schutzkonzept, damit eine Behörde es akzeptiert?
Keine blosse Liste möglicher Schäden. Verlangt ist für jedes gewichtete Risiko eine Regel, die im laufenden Betrieb greift, und eine Spur, die belegt, dass sie gegriffen hat: wer geprüft hat, was protokolliert wurde, wie lange es lesbar bleibt. Eine Regel, die nur im Handbuch steht und nicht im System, hängt an der Disziplin einzelner Personen — das hält einer Prüfung selten stand.
Was verbindet die vier Vorhaben von Büro Wehrli?
Weder Software noch eine gemeinsame Haltung, sondern eine Bauweise: In jedem der vier Vorhaben trifft eine Regel auf den Alltag — Betäubungsmittelgesetz bei CAN-Biel, Gemeindereglement bei UNORA, Arbeitsrecht bei Rosie, Datenschutz bei wohlverdient.ch —, und in jedem ist die Einhaltung dieser Regel nicht behauptet, sondern belegbar eingebaut: einmal als gelenkte Dokumentation, dreimal als Software.
Warum schreibt eine Einzelunternehmung «wir»?
Weil kaum ein Mandat allein entsteht: Bei CAN-Biel trägt WIIID GmbH das Projekt und die Forschung liegt beim ISGF der Universität Zürich, bei Firmenübergaben arbeitet Büro Wehrli im Auftrag von Treuhand- und M&A-Partnern. Rechtlich ist Büro Wehrli ein Einzelunternehmen von Florian J. Wehrli — das «wir» meint diese projektbezogene Zusammenarbeit, nicht ein festes Team.
Wo ist Büro Wehrli tätig, und in welchen Sprachen?
Sitz ist Biel/Bienne, Schweiz. Zusammenarbeit läuft auf Deutsch, Französisch oder Englisch.
Wie beginnt eine Zusammenarbeit mit Büro Wehrli?
Meistens mit einer Executive Session, CHF 2'500–4'000, ein Halbtag, oder direkt mit einem Strategic Decode, CHF 15'000–25'000, zehn Tage: dem Format, mit dem fast jedes Mandat beginnt.
Gibt es einen Vorzugstarif für Partnerunternehmen?
Ja. Wer bereits Partner in einem der Netzwerke ist, etwa wohlverdient.ch oder Rosie, kann nach dem Vorzugstarif fragen.
Notizen
Notizen aus den laufenden Systemen.
Zwischen den Mandaten entstehen Beobachtungen, die zu schade zum Liegenlassen
sind: eine Entscheidung, die sich erst im Betrieb als richtig oder falsch
erweist, ein Muster, das sich über mehrere Vorhaben wiederholt. Hier stehen
sie, mit Datum, bevor sie in ein Mandat einfliessen.
Ein Risikoregister, das alles gleich wichtig macht, schützt niemanden
In fast jedem Vorhaben, das bewilligt werden muss, entsteht früh eine Liste
möglicher Schäden. Sie ist meistens vollständig — und trotzdem wirkungslos,
solange sie ungewichtet bleibt. Wer alles gleich ernst nimmt, muss am Ende alles
gleich streng regeln, und daran scheitert der Betrieb: Regeln, die im Alltag
niemand mehr einhalten kann, werden umgangen. Dann greift auch die wichtige
Regel nicht mehr.
Bei CAN-Biel war die Liste lang. Getragen hat am Ende die Handvoll Punkte, die
schwer wiegen und sich schlecht zurückdrehen lassen: Abgabe an Minderjährige,
Weitergabe an Dritte, Konsum in einer medizinischen Konstellation, die dagegen
spricht. Daraus wurden Regeln, die im Alltag überhaupt prüfbar sind — ein
Mindestalter, Mengenlimiten pro Person und Bezug, medizinische
Ausschlusskriterien, ein Ausstieg jederzeit und ohne Begründung.
Zwei Fragen entscheiden darüber, ob eine Risikoanalyse etwas taugt. Erstens:
Steht hinter jedem gewichteten Risiko eine Regel, die im Betrieb greift, und
nicht bloss ein Satz im Handbuch? Zweitens: Bleibt eine Spur, die im Zweifelsfall
zeigt, dass sie gegriffen hat? Wer beides bejahen kann, hat ein Schutzkonzept.
Wer nur die Liste hat, hat eine Absichtserklärung.
Was eine Invariante kostet
Keine der vier Invarianten in den Akten oben ist gesetzlich vorgeschrieben.
Das macht sie zu einer eigenen Kategorie: Entscheidungen, die Geld kosten und
niemandem geschuldet sind ausser der eigenen Kundschaft. Drei Beispiele,
jeweils mit der billigeren Alternative daneben.
Bei wohlverdient.ch sieht die beschenkte Person nie einen Preis, und der
Betrieb erfährt nie, wem eine Zuwendung galt — nur die Summe. Die billigere
Variante wäre die naheliegende gewesen: Beträge und Empfänger in derselben
Ansicht, wie es jedes Standard-Kassensystem ohnehin mitliefert. Gebaut wurde
stattdessen eine zusätzliche Trennung zwischen Betrag und Person, mit eigenem
Entwicklungsaufwand. Der Grund: Eine Firma, die weiss, wer wie viel geschenkt
bekommt, hat eine Information, die ihr nicht zusteht — unabhängig davon, ob
sie je missbraucht würde.
Bei UNORA verlangt die Nutzung kein Konto, und der genaue Wortlaut einer
Anfrage wird nicht gespeichert. Die billigere Variante hätte beides
gespeichert — Support, Auswertung und die spätere Pflege der Wissensbasis
wären damit einfacher zu bauen, wie bei praktisch jedem Chat-Produkt üblich.
Ohne diese Daten muss die Lückenliste im Cockpit anders funktionieren, mit
mehr Aufwand für weniger Rohmaterial. Der Grund: Eine Amtsauskunft, die sich
merkt, wer was gefragt hat, verlangt ein Vertrauen, das eine Gemeinde ihren
Bürger:innen gegenüber nicht einfordern muss.
Bei Rosie schlägt ein Test fehl, sobald die Mandantentrennung umgangen wird —
nicht eine Richtlinie im Handbuch, sondern eine Prüfung, die bei jeder
Änderung automatisch mitläuft. Die billigere Variante wäre eine gemeinsame
Datenbank über mehrere Pflegebetriebe hinweg, technisch einfacher zu bauen und
zu warten. Der Aufwand steckt in der getrennten Architektur und in einer
eigenen Testreihe, die diese Trennung bei jeder Weiterentwicklung erneut
belegt. Der Grund: Personaldaten eines Betriebs dürfen bei einem Fehler nie im
System eines anderen auftauchen, und ein Test hält das auch dann, wenn niemand
mehr daran denkt, es zu prüfen.
Der Schlusspunkt ist keiner der Haltung, sondern der Rechnung. Wer sich
darauf verlässt, dass im Alltag jede Person unter Druck richtig entscheidet,
zahlt jedes Mal neu — an Zwischenfällen, Nacharbeit, Vertrauen. Wer die
Entscheidung einmal trifft und einen Test danebenstellt, der sie erzwingt,
zahlt einmal. Das lässt sich auch einer Finanzabteilung erklären, ohne ein
einziges Wort über Überzeugungen zu verlieren.
Warum eine einfache Regel eine gute Abwägung schlägt
Gerd Gigerenzer unterscheidet zwei Lagen. Bei Risiko sind die
Wahrscheinlichkeiten bekannt — dort gewinnt die feinere Rechnung. Bei
Unsicherheit sind sie es nicht — dort gewinnt die einfache Regel, weil sie
sich nicht an Daten von gestern überanpasst, die morgen schon nicht mehr
gelten. Sein Standardbeispiel ist die Triage in der Notaufnahme: Eine
dreistufige Checkliste zum Herzinfarktrisiko schneidet nachweislich besser ab
als ein Modell mit neunzehn Messwerten — schneller entschieden und öfter
richtig zugleich.
Das Wort «Risiko» meint dabei etwas Engeres, als es weiter oben auf dieser
Seite verwendet wird: Dort ist jede Gefährdung von Bewilligung, Personen oder
Betrieb gemeint, hier ausschliesslich der Fall, in dem sich eine
Wahrscheinlichkeit beziffern lässt. Beide Bedeutungen berühren sich trotzdem
an genau einer Stelle: Schritt zwei der eigenen Methode heisst «Gewichten» und
setzt voraus, dass sich etwas gewichten lässt. Wo das gelingt, gewinnt die
Rechnung. Wo nicht, gewinnt Schritt drei — eine Regel, in die sich das
Unwägbare übersetzen lässt, statt es feiner zu berechnen.
Bei UNORA trägt genau dieses Prinzip die Architektur. Statt jede Anfrage
einzeln gegen ein Datenschutzrisiko abzuwägen, gelten vorab festgelegte
Regeln: keine Kontoerstellung, kein gespeicherter Wortlaut, Zugriff auf
Datenbankebene je Gemeinde technisch abgeriegelt. Das eigene Dossier nennt das
Konstruktionsprinzipien; in der Sache sind es vorab entschiedene Regeln, nicht
das Ergebnis einer Abwägung im Einzelfall.
Die Grenze gehört dazu, sonst wird aus der Beobachtung eine Masche. Eine
einfache Regel versagt dort, wo der Einzelfall tatsächlich neu ist und keine
der vorbedachten Kategorien trifft — etwa eine Anfrage, die zwischen zwei
Zuständigkeiten liegt und die UNORA deshalb korrekt an einen Menschen
übergibt, statt zu raten. Genau dafür bleibt die Übergabe an die Verwaltung
Teil des Systems, nicht ein Nebenausgang für Sonderfälle.
Warum die teuerste Fehlentscheidung selten eine schlechte Lösung ist
Die teuerste Fehlentscheidung ist selten eine schlechte Lösung. Es ist die
perfekte Lösung für das falsche Problem.
Ein Beispiel aus der eigenen Praxis: Bei CAN-Biel liesse sich die naheliegende
Frage stellen, wie ein Verkaufspunkt am effizientesten betrieben wird —
Sortiment, Abläufe, Kostenstruktur. Das ist die Frage, die die meisten
Betriebe zuerst stellen. Die eigentliche Frage lag eine Ebene tiefer: Welche
Dokumentation hält vor einer Ethikkommission stand, wenn niemand sie liest,
bis ein Zweifel entsteht? Wer diese Frage zuerst löst, kann später über
Sortiment reden. Wer sie zuletzt löst, redet nie darüber, weil der Betrieb
gar nicht erst bewilligt wird.
Das Muster wiederholt sich. Eine Institution optimiert die sichtbare Seite
eines Problems, weil dafür bereits ein Prozess existiert. Die unsichtbare
Seite — warum das Problem überhaupt entstanden ist, welche Annahme es am
Leben hält — bleibt unberührt, weil dafür kein Prozess existiert und niemand
explizit zuständig ist.
Deshalb beginnt jedes Mandat hier mit derselben Frage, bevor irgendetwas
gebaut wird: Welche Annahme hält das bestehende System zusammen, und hält
sie einer Prüfung stand? Das kostet zehn Tage im Strategic Decode. Es kostet
ungleich mehr, es nach dem Bau herauszufinden.
Neue Notizen per E-Mail, zwei- bis viermal im Quartal, kein weiterer Versand.
Am schnellsten kommen wir weiter, wenn die Frage und der Entscheid dahinter
schon im ersten Mail stehen. Antwort in der Regel innert zwei Arbeitstagen.